Seit dem 1. Januar 2026 ist die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe Merzig e.V. Projektträgerin des landesweiten Förderprogrammes Saar66. Damit sollen saarlandweit in den Kommunen neue, altersfreundliche Strukturen geschaffen werden.
In der Kreisstadt Merzig gibt es schon seit vielen Jahren ein breit aufgestelltes Angebot für ältere Menschen. Diese Angebote konzentrieren sich jedoch hauptsächlich auf die Merziger Kernstadt und größere Stadtteile. Insbesondere ältere Menschen in den kleineren Dörfern, welche auch weitere Anfahrtswege nach Merzig haben, nutzen diese wenig.
Deswegen hat sich der Stadtrat dazu entschlossen mit einem neuen Projekt gezielt Angebote in die kleineren und weiter von der Kernstadt entfernten Dörfer zu bringen, welche zum Stadtgebiet gehören. Unter dem Motto „Saar66 – Merzig und seine Dörfer“ sollen mit Hilfe des Projektes gezielt ehrenamtliche Strukturen und aufgebaut werden, um niedrigschwellige Angebote für die Menschen der Zielgruppe 60plus zu schaffen.
Nachdem in den letzten Wochen schon Gespräche mit den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern der kleineren Merziger Stadtteile gelaufen sind, findet am Freitag, den 12. Juni um 17 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Ortsrat Silwingen die erste Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus Silwingen statt.
Ziel des Projektes ist es vor allem, die Generation ab 60 Jahren zusammenzubringen und Gemeinschaftsangebote zu schaffen. Mit Hilfe der Projektmitarbeiterinnen sollen in den Dörfern, welche am Projekt teilnehmen, ehrenamtliche Strukturen aufgebaut und bereits vorhandene Gruppen, Vereine und Angebote unterstützt werden.
Bewusst gibt es dazu keine feste Altersgrenze – Projektleiterin Eva Conrath erklärt: „Wir haben in unserer Arbeit festgestellt, dass viele Menschen sich nicht angesprochen fühlen, sobald sie den Begriff „Senioren“ hören. Deswegen versuchen wir alle Menschen anzusprechen, egal zu welcher Gruppe sie sich zugehörig fühlen – und mit unserer Unterstützung das zu tun, was zu ihnen passt. Das könnte eine Walkingrunde im Dorf, sein – ein Ausflug in die nähere Umgebung, oder ein Kaffee-, Musik- oder Spielenachmittag.
Im Projekt geht es aber nicht nur um Freizeitangebote. Generell sollen die Menschen dazu angestoßen werden, darüber nachzudenken, wie sie im Alter leben möchten, welche Gesichtspunkte dazu gehören und was sie bereits jetzt dafür tun können, um ihr Alter zu gestalten. Dazu gehören verschiedene Wohnformen, Pflege und Unterstützungsangebote, Vorsorge und die eigene Gesundheit, sowie rechtliche Aspekte, zum Beispiel die Anlage einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung.
Im Projekt sollen vor allem niedrigschwellige Angebote geschaffen, ehrenamtliches Engagement gefördert und unterstützt, sowie Beratung und Informationen angeboten werden. „Die Gesellschaft wandelt sich, auch das Ehrenamt ist heute anders als früher, viele Menschen wollen sich nicht mehr festlegen, möchten auch mal einen längeren Urlaub machen oder eine Pause vom Ehrenamt“, so die Projektleiterin „es soll also auch möglich sein, bestimmte Angebotsformate nur zeitweise anzubieten, denn niemand soll sich in seinem Ehrenamt festgenagelt fühlen.“
Profitieren sollen von den Angeboten dann Menschen aller Altersgruppen in den Dörfern – auch hochaltrige Personen oder Kinder – je nachdem, was angeboten wird.
Die Arbeit der AG Altenhilfe sieht dabei vor allem Unterstützung rund um die Organisation von Angeboten vor. Dabei sind sie als seit über 30 Jahren tätiger Verein mit über 60 aktiven Ehrenamtlichen im ganzen Landkreis fit in der Umsetzung von Ehrenamtsprojekten und wissen, worauf es ankommt. Das Projekt ist auf 3 Jahre Laufzeit bis Ende 2028 angelegt.
Große Teile der Fördermittel des Projektes Saar66 kommen aus der Pflegeversicherung, dem § 123 SGB XI und des Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetzes (PUEG). Finanziert werden die Projekte durch den Spitzenverband Bund der Pflegekassen, das Saarland und den Kommunen. Pro Modellvorhaben sind Zuschüsse von bis zu 60.000 Euro jährlich möglich – damit kann in jeder saarländischen Kommune eine halbe Personalstelle für das Programm geschaffen werden. Bei der AG Altenhilfe Merzig e.V. wird Saar66 von Eva Conrath und Doris Lion personalisiert, die ihre bestehenden Stellen beim Träger aufgestockt haben und gemeinsam das neue Projekt in Merzig und vor allem seinen Stadtteilen aufbauen.
